MARITIME MEILE
 KULTUR & GENUSS AM FLUSS

Anfänge des Vegesacker Hafens

Bereits vor dem Hafenbau dienten die Lesummündung und das Aumunder Tief als natürlicher Hafen. Im Spätherbst und Winter bot das Gebiet Schutz vor Stürmen und Eisgang.
Ende des 16. Jh. konnten Handelsschiffe mit größerem Tiefgang nicht mehr bis nach Bremen segeln, weil die Weser so stark versandet war. Deshalb wurde von 1619 bis 1623 der Vegesacker Hafen gebaut, denn hier war die Weser noch tief genug für die Seeschiffe. Es war der erste künstliche Hafen in Deutschland (Quelle: MTV Nautilus AK Geschichte, Helmrich Klingmüller und Egbert Heiß).
Der Plan zum Bau des ersten künstlichen Hafens im damaligen Deutschland entstand schon 1586. Der Bau erfolgte jedoch erst 1619 bis 1622 unter Leitung zweier holländischer Bauherren (vgl. D. Steilen, Geschichte der bremischen Hafenstadt Vegesack, Vegesack 1926).

1622 offiziell eröffnet, diente der Hafen vor den Toren Bremens lange Zeit als maritimer Hauptumschlagplatz der Hansestadt.

Das Haus Seefahrt verwaltete den Hafen bis der Bremer Rat die Oberaufsicht erlangte. Vor Ort gab es den Hafenmeister, der wiederum dem stadtbremischen Droste (beauftragter Ratsherr) in Blumenthal verantwortlich war (vgl. D. Steilen, Geschichte der bremischen Hafenstadt Vegesack, Vegesack 1926).

Mitte des 17. Jahrhunderts lagen während der Winterzeit rund 50 bis 60 Schiffe im Hafen. Das Gelände wurde bereits für Schiffsreparaturen genutzt, u. a. für das Kalfatern, also das Abdichten der Nähte zwischen den Schiffsplanken.
Der Neubau von Schiffen war jedoch untersagt, um den regulären Hafenbetrieb nicht zu stören (Quelle: MTV Nautilus AK Geschichte, Helmrich Klingmüller und Egbert Heiß).

 
Leichterschifffahrt

Im Vegesacker Hafen wurden die Waren von den Seeschiffen auf kleine, flache Boote umgeladen. Diese so genannten Leichterkähne fuhren das Handelsgut weiter nach Bremen. Auf dem gleichen Wege wurden auch die Erzeugnisse aus Bremen in ferne Städte und Länder exportiert (Quelle: MTV Nautilus AK Geschichte, Helmrich Klingmüller und Egbert Heiß).

 
Bremerhaven

Der Brand eines Strohlagers in Hafennähe zerstörte die hölzerne Hafenbefestigung im Jahr 1758. Im Rahmen des Wiederaufbaus wurde der Hafen vergrößert.

Der Seehandel fand jedoch zunehmend in Bremerhaven statt, das 1823 an der Wesermündung gegründet wurde. Bremerhaven konnte auch von Schiffen mit größerem Tiefgang angefahren werden.

Mit der späteren Verlagerung des Warenumschlags in das gut 27 Seemeilen entfernte Bremerhaven wurde der Vegesacker Haven zum Zentrum der Loggerfischerei, bis diese in den 70er Jahren unseres Jahrhunderts von den Meeren verschwand.
Um den Vegesacker Hafen wurde es in dieser Zeit ruhig (Quelle: MTV Nautilus AK Geschichte, Helmrich Klingmüller und Egbert Heiß).

 
Museumshaven Vegesack

Der Vegesacker Hafen (nach überlieferter Schreibweise Haven) gilt als der älteste künstliche Hafen Deutschlands bzw. (je nach Autor) sogar Nordeuropas.

1979 wurde das Gelände um den Hafen in ein Freizeit- und Erholungsgebiet mit einer Promenade, einem Hafenwald und einem Spielschiff umgewandelt (Quelle: MTV Nautilus AK Geschichte, Helmrich Klingmüller und Egbert Heiß).

Der Schifferverein Vegesacker Museumshaven e.V. erlöste den Haven von seinem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf und machte 2006 aus ihm das, was seiner bewegten und langen Geschichte gebührt: Einen Museumshaven. Im Laufe der Jahre haben ein echtes Museumsschiff und 23 historische bzw. traditionelle Schiffe in Vegesack ihre Heimat gefunden. Gleichzeitig führt aber auch eine hochmoderne Seilzug-Klappbrücke über den Museumshaven.

Der Museumshaven Vegesack

Blick über den Museumshaven auf den Thiele-Speicher.

Das Segelschiff "BV2" im Museumshaven Vegesack

Ansicht des Vegesacker Hafens auf einem Porzellanteller der Porzellanmanufaktur Kaiser. Die Signalstation befand sich ursprünglich dort, wo heute das Lürssen-Verwaltungsgebäude steht.

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